Klett-Cotta-Verlag Psychology
Wissenschaft

Sechs Jahre nach Erfurt –
Das Berliner Leaking-Projekt

Ein Ansatz zur Prävention von School Shootings und Amokläufen an Schulen


Februar 2008, 2. Jahrgang, Heft 1, pp 8-19



Zusammenfassung
Die Prävention von School Shootings, wie sie in Erfurt oder Emsdetten aufgetreten sind, kann nicht nur Todesfälle und Verletzte verhindern, sondern auch schwerwiegende und lang anhaltende Traumatisierungen. Geplante schwere Gewalttaten an Schulen erscheinen anhand des Verhaltens der Täter vor der Tatausführung prinzipiell erkennbar. Ein wesentlicher Hinweis für das soziale Umfeld des Täters, also z. B. Lehrer, Eltern, Geschwister oder Mitschüler, sind direkte oder indirekte Tatankündigungen, die als Leaking bezeichnet werden. Diese können als Anlass genutzt werden, um das Vorliegen weiterer Risikofaktoren zu überprüfen. Auch das Berliner Leaking-Projekt macht sich diesen Ansatzpunkt zu nutze. Ziel des Projekts ist die wissenschaftliche Erforschung der Häufigkeit und Ursachen von Leaking sowie weiterer Risikofaktoren schwerer zielgerichteter Gewalt an Schulen. Die aus dem Projekt resultierenden Erkenntnisse sollen langfristig für die Prävention weiterer Taten nutzbar gemacht werden. Da in einem fortgeschrittenen Stadium der Tatplanung auch die Verfügbarkeit von Waffen eine entscheidende Rolle spielt, sind zudem Maßnahmen wichtig, die den Zugang zu Waffen für Kinder und Jugendliche auch im eigenen Haushalt weiter einschränken. Sollte der Ernstfall doch eintreten, werden Maßnahmen notwendig, die der Traumatisierung von Betroffenen vorbeugen können.

Abstract
Observable behaviors displayed by offenders prior to the event mean that, in theory at least, severe premeditated violence in schools is identifiable and hence avoidable. For the social environment of the offender – teachers, parents, siblings, class-mates – one crucial indicator of potential danger is the overt or indirect announcement of the planned attack. Announcements of this kind can and should be taken as an incentive to inquire into further risk factors and provide help. The Berlin Leaking Project itself uses such declarations of intent as a starting-point for identifying potentially dangerous youths. The project is a scientific investigation of the frequency, causes, and risk factors involved in leaking and severe targeted school violence. The results can be used to prevent further offences in the longer term. Since access to weapons plays a major role at the advanced planning stage, it is also important to restrict the availability of weapons for children and adolescents, not only to prevent fatalities and injuries, but also to preclude serious traumatization. Once an emergency has occurred, measures for the prevention of traumatization become necessary.

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